Marcel WinatschekPhilosophische Texte über Gestaltung, Informatik und digitale Populärkultur
Das eigene Papier: Tradition in Kyoto

Das eigene PapierTradition in Kyoto

Seit einigen Jahren wird der Begriff Slow Living ja gern mal etwas überstrapaziert, wenn man sich einem Lebensgefühl hingeben möchte, das entgegengesetzt zum hastigen und stressigen Alltag agiert und besagt, dass man sich wieder auf das Dasein an sich konzentrieren sollte. Mit Bioprodukten kochen. Langsam atmen. In den Wäldern wandern gehen.

Japan ist an sich ein Land der extremen Gegensätze. Epische, technische Fortschritte auf der einen Seite kollidieren mit der behutsamen und durchaus stilleliebenden Lebensart der Japaner. Zwischen den Wolkenkratzern und Neonlichtern verbergen sich alte Tempel, kleine Parks und die ein oder anderen Geister, die nicht immer böse sein müssen.

In Kyoto hat Yuriko Rico Ogura der Berliner Fotografin Marlen Stahlhuth gezeigt, wie sie ihr eigenes Papier herstellen kann. Wenn das mal nicht Slow Living in Reinkultur ist, dann weiß ich auch nicht. Mit ganz viel Geduld und Vorsicht wird hier zuerst die Pulpe, der Faserbrei, in einer Wanne voller Wasser vorbereitet und dann daraus mit einem Gitterrahmen und einem Tuch das Papier geschöpft. Sehr entspannend!

Das eigene Papier: Tradition in Kyoto

Das eigene Papier: Tradition in Kyoto

Das eigene Papier: Tradition in Kyoto

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